WG-Leben
In dieser Wohngemeinschaft funktioniert vieles wie in einer »normalen« WG. Sie ist ein dauerhaftes Zuhause für junge Erwachsene mit geistigen und seelischen Einschränkungen und ein Zuhause auf Zeit für zwei Student*innen der FSU Jena. Alle haben ihr eigenes Zimmer und eigene oder gemeinsame Badezimmer. Es wird an mehreren Tagen gemeinsam gekocht und gegessen. Im Wohnzimmer steht eine bequeme Couch mit großen Flachbildschirm zum Zocken, auf der großen Terrasse (aktuell noch in der Planungsphase) soll im Sommer gemeinsam gegrillt und gegärtnert werden. Es gibt einen verbindlichen Putzplan, Einkäufe werden gemeinsam organisiert und geteilt, das soziale Miteinander ist ein wichtiges Element im Zusammenleben.
Nicht alles an einem WG-Leben ist für die jungen Erwachsenen mit Behinderung selbstverständlich oder einfach, die bisher in ihrem Elternhaus gelebt haben. Die jungen Männer bringen unterschiedliche Persönlichkeiten mit und haben ganz verschiedene Unterstützungsbedarfe. Daher ist morgens immer eine Assistenzkraft vom QuerWege-Team in der WG, um Hilfestellung bei den Abläufen zugeben, bevor es für die Bewohner zur Ausbildung oder dem Arbeitsplatz geht. Vom Nachmittag bis zum Abend und am Wochenende sind Fachkräfte vor Ort, die die jungen Menschen im Alltag und bei der Freizeitgestaltung unterstützen. Sie stehen als Gesprächspartner*innen zur Verfügung und begleiten in belastenden Situationen. Die zwei Mitbewohner*innen ohne Behinderung sind mittendrin in dieser Gemeinschaft. Für sie ist es eine Chance, die Lebenswelt von Menschen mit Beeinträchtigungen kennenzulernen. Für die Bewohner mit Behinderung bietet sich hier eine neue, in Jena bisher einmalige Möglichkeit, ein selbstständiges Leben aufzubauen.